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Werke
Eine Fahrradtour und andere Geschichten
Erzählungen
Da kommen die Kirchtürme von Bellheim, die Brauerei, der Friedhof. Das Kind fragt:„Warum stirbt alles was lebt irgendwann?“„Das habe ich dir vorhin schon gesagt“, antwortet der Vater. „Man stirbt, um dem neuen Leben Platz zu machen.“„Alles stirbt?“„Ja.“„Die dicke Katze stirbt auch?“„Irgendwann stirbt sie auch, ja.“„Und Rosine auch?“„Rosine auch. Mama auch. Ich auch. So spät wie möglich, versteht sich.“„Und Frau Eichmann?“„Ja, sicher. Wenn die Dinge oder die Lebewesen alt sind, sterben sie, damit die Jungen leben können.“„Und die glücklichen Tage sterben auch“, fügt Eve hinzu, als sie das Tor aufschiebt. Aber sie sagt es nicht mit einer traurigen Stimme. ...
Leider vergriffen
Stück
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Der Kinderprozess
Roman
Grace' Mutter ging nach draußen, um noch einmal Gott zu danken und sagte, als sie wieder herein kam, daß Grace ihre hochhackigen Schuhe und ihren Minirock anziehen und wieder auf die Straße vor dem Hotel solle, wie sie ihr es schon oft erklärt hatte, waren die Männer am Morgen geiler.Grace lag auf der Seite und rührte sich nicht. Ihre Mutter riß ihr die Decke weg und pflanzte sich mit verschränkten Armen vor ihr auf."Beeil' dich. Du gehst zwei Stunden auf die Straße. Du kriegst keinen guten Platz, wenn du trödelst."Grace stand vorsichtig auf. Sie stand jetzt ihrer Mutter gegenüber, den Kopf gesenkt. Ihre Mutter war größer als sie. Grace schluckte."Worauf wartest du?""Ich kann nicht", sagte Grace.Grace' Mutter beugte sich vor, die Hand bereit."Du kannst nicht?""Sie haben mich zugeklebt". ...
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Heute wird die Sonne bestimmt den Nebel besiegen
...Der Ort, wo er gelandet war, hatte für ihn keine besondere Bedeutung, aber für seine Töchter hatte er schon angefangen, als Erinnerunges- und Bilderspender zu fungieren. Zwar wußten sie nichts davon; das änderte nichts daran, daß er ab und zu die Größere beim Träumen ertappte, die Augen auf den Hügel gerichtet, an dessen Fuß ein Fels steht, den man Teufelszahn nennt; in solchen Momenten fragt er sie: "Woran denkst du?" "An nichts." Vielleicht stimmte es sogar, obwohl es immer eine Lüge ist ...
Hüben und Drüben
Betrachtungen eines eingedeutschten Franzosen
...Vorab wird bei unsere weiblichen Leserschaft um Entschuldigung gebeten, aber, ja: schauen wir der Wirklichkeit direkt ins Gesicht: deutsche Männer nähren Phantasien bezüglich Französinnen. Bei dem deutschen Mann, der nie in Berührung mit einer Französin gekommen ist, liegt der Reiz der Französinnen natürlich darin, dass er sie nicht kennt: ähnlich dem Propheten gilt die Frau nichts in ihrem Land. Aber diejenigen, die tatsächlich die Bekanntschaft mit der besseren Hälfte der "Grande Nation" gemacht haben und diesen Ruf in die Welt gesetzt haben, sind offensichtlich beeindruckt worden. (apropos: nur die deutschen nennen Frankreich die "Grande Nation". Die Franzosen nennen Frankreich Frankreich) ...
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Viel Leben, wenig Tod
Es vergingen einige Sekunden. Ich hörte meinen Vater atmen und spürte mein Herz pochen. Die Darmstädter waren still. Mein Vater holte Luft: "Geht jetzt. Jetzt ist der Moment zu gehen. Er wird in eurem ganzen Leben nie wieder kommen. Ich spreche aus Erfahrung." Ich wandte mich zu Huriye. "Warte", sagte sie. Sie nahm ein Stück Fleisch, legte es auf einen weißen Teller und brachte es ihrer Mutter. Ich sah, wie sie ihr dann einen Kuss auf die Hand gab. Sie ging dann zu ihrem Vater und tat das Gleiche, bevor sie zu uns zurückkehrte. In den Gesichtern der Eltern konnte ich eine Mischung aus Verwunderung, Betroffenheit und Sorge sehen. Im Clubhaus hatte jemand eine CD mit lauter Musik aufgelegt. Ich sagte meinem Vater: "Wir melden uns."
Jens, der kleine Künstler
Kinderbuch
In der Schule war Jens... Nun... Schlecht. Sehr schlecht. Im Rechnen war er eine Katastrophe. Zwei plus zwei – das ging noch. Aber schon 3 plus 3 war ein Problem und über 4 plus 4 brauchen wir uns nicht zu unterhalten...Im Lesen war Jens auch nicht sonderlich gut. Um nicht zu sagen, dass er schlecht war. Na ja... Sehr schlecht...Gab es nicht irgend etwas, wo Jens gut war?, wollt Ihr bestimmt wissen. Doch, es gab etwas. Und wenn Ihr mich fragt: er war nicht nur gut, sondern außerordentlich gut darin. Mehr als das. Ich erkläre es Euch. Jens konnte so exakt, so perfekt, so schön zeichnen und malen, dass das, war er gezeichnet und gemalt hatte, manchmal real wurde. Das heißt – stellt Euch mal vor! – er zeichnete etwa eine Maus (es ist nicht einfach, Ihr könnt mir glauben!), eine schöne, eine perfekte Maus, und am Ende huschte die Maus davon. Oder einen Vogel – das ist noch schwieriger – und der Vogel flog davon, sobald Jens den letzten Strich gezogen hatte...Doch mit dieser Gabe entstehen Jens einige Unannehmlichkeiten – mit Frau Schiefer, seiner Mama und sogar mit der Polizei.
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